Das Neurolinguistische Programmieren (NLP)

1. Das System Mensch im NLP

Menschen auf der Strasse

Die menschliche Wahrnehmung (Sinnesorgane) liefert unserem Gehirn eine enorme Menge an Informationen. Diese wird nur zu einem Bruchteil von unserem Bewusstsein wahrgenommen und verarbeitet. Der Rest wird von tieferen, unterbewussten Schichten aufgenommen und gespeichert. Die Verarbeitung dieser Daten wird selektiv durchgeführt und richtet sich nach unseren Überzeugungen, Werten, Glaubenssätzen und vorherigen Erfahrungen.

Aufgrund dieser Daten erschaffen wir ein eigenes mentales Modell der Realität und reagieren/agieren entsprechend. Für einen externen Beobachter drücken wir unser internes Weltmodell durch Sprache und Physiologie (Körpersignale) aus.

Menschen hinter Metallzellen

Das menschliche Gehirn arbeitet systematisch und benutzt eigene Kodierungsmethoden um die enorme Vielfalt der Sinneseindrücke oder Erlebnisse voneinander unterscheiden zu können und um die komplexe Tätigkeit des Menschen erfolgreich zu koordinieren. So werden zum Beispiel von uns aufgenommene Bilder aus der Aussenwelt mit ganz feinen Unterscheidungsmerkmalen (Farbe, Helligkeit, Durchsichtigkeit, Entfernung etc. - auch Submodalitäten genannt) versehen. Richard Bandler, einer der Gründer des NLP, nannte sie die Sprache des Gehirns. Das bewusste Ändern der Submodalitäten führt zu erstaunlichen Resultaten. Etliche NLP-Formate basieren ganz oder zum grössten Teil auf dieser nützlichen Eigenschaft unseres Gehirns.

Im NLP wird in erster Linie die Frage nach dem WIE (Prozess und Form) anstatt der nach dem WARUM (Ursache) oder WAS (Inhalt) gestellt.

Die meisten Entscheidungen und Tätigkeiten werden von kurzen Abfolgen von Bildern, Verbalisierungen und Gefühlen (genannt Strategien) vorbereitet. Selten sind wir uns ihrer bewusst und trotzdem ist das Gelingen unserer Absichten von ihr abhängig. Das Optimieren von internen Strategien ist das Schlüssel-Element zu jeder Form von Verbesserungen der vorhandenen Fähigkeiten. Ungeeignete innere Strategien führen oft zu Störungen und Blockaden. Trotzdem können sie jederzeit behoben werden, indem man effizientere Strategien entwickelt, die leichter zum Ziel führen.

nach oben zur Seiten-Übersicht

2. NLP im Coaching

NLP bietet einen nützlichen, konzeptuellen Rahmen und wichtige Tools (Werkzeuge), um den Coachingprozess erfolgreich zu gestalten.

Folgende Grundannahmen sind von großer praktischer Bedeutung:

Wolkendurchbruch

  • Menschen tragen in sich alle notwendigen Ressourcen um sich zu verändern .
  • Wenn einer etwas tun kann, können es prinzipiell alle anderen auch .
  • Jede Störung ist ein kreativer Lösungsversuch .
  • Jedes Verhalten verfolgt eine positive Absicht und ist nützlich in einem bestimmten Kontext .
  • Es gibt kein Versagen, alles ist ein Feedback .

Aus diesem gedanklichen Rahmen resultieren praktische Aufgaben, die der Coach bei seiner Arbeit mit dem Klienten berücksichtigt. Hier sind drei von ihnen:

Dschungel

  • Die Wieder-Entdeckung und das Zugänglich-Machen der persönlichen Ressourcen/ Kraftquellen des Klienten steht am Anfang eines Coaching-Prozesses meistens im Vordergrund. Das willentliche Abrufen dieser Ressourcen wird meist mit Hilfe von taktilen Auslösern, genannt Anker, erreicht. Dabei werden ressourcevolle, kreative Zustände mit taktilen Reizen gekoppelt, um sie jederzeit abrufbar zu machen. .
  • Blockaden verursachen oft eine starke Einschränkung vorhandener Fähigkeiten. Sie sind meistens das Ergebnis von zwei in Konflikt stehenden Überzeugungen/Glaubenssätzen oder Persönlichkeitsanteilen. Der Klient lernt, diese als "Grundfesten" seines bisherigen inneren Weltmodells zu erkennen, sie anzunehmen und zwischen ihnen zu vermitteln. Dies führt zu einer wohltuenenden Versöhnung und Auflösung der Blockaden. .
  • Da unser Denken und Handeln von unseren Einstellungen/Glaubenssätzen abhängig ist, führt deren Änderung am schnellsten und am zuverlässigsten zu persönlichem Wachstum und erfolgreichem Handeln. .

nach oben zur Seiten-Übersicht

3. Die Rolle des Unterbewusstseins als Ressourcen Reservoir

Das Unterbewusste ist aus NLP-Sicht die Quelle aus der wir ständig schöpfen. Seine Hauptaufgaben und Eigenschaften sind:

  • Speicherung und Organisierung der Erinnerungen . Blumenausschnitt
  • Unterdrückung der Erinnerungen mit unverarbeiteten negativen Emotionen .
  • Steuerung aller Körperfunktionen .
  • Erhaltung des bestmöglichen Gesundheitszustandes des gesamten System Mensch .
  • Umsetzung der bewussten Absichten des Menschen (sprechen, bewegen) .
  • Schutz den Körpers in seiner Integrität (Immunsystem) .
  • Bestrebung hochgradig moralisch zu sein .
  • Empfang, Kontrolle und Aufbewahrung aller Wahrnehmungen .
  • Aufbau, Speicherung, Verteilung und Übermittlung von Energie .
  • Erhaltung der Instinkte und Erzeugung von Gewohnheiten .
  • Bestrebung kreativ zu sein, immer mehr zu lernen und nach Werterfüllung zu suchen .
  • Funktioniert als ganze, integrierte Einheit am besten .
  • Kommuniziert über Symbole .
  • Nimmt alles persönlich .
  • Kennt keine Verneinung - Verneinungen werden nicht verarbeitet .
  • Orientiert sich nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes .

Diese wohlmeinende Instanz ist der wichtigste Verbündete des Klienten in seinem Veränderungsbestreben. Sie sorgt dafür, dass persönliches Wachstum zum richtigen Zeitpunkt stattfinden kann und dass die Integrität der gesamten Persönlichkeit erhalten bleibt.

nach oben zur Seiten-Übersicht

4. Die NLP-Grundannahmen (nach DVNLP)

Blick aus einem Flugzeug

  • Wir alle sind einzigartig und erleben die Welt auf unterschiedliche Weise. Jeder Mensch ist verschieden und hat seine eigene Art zu sein. .
  • Geist, Körper und Umwelt bilden ein gemeinsames System. Unsere geistige Einstellung beeinflu&t unsere Gesundheit. Ebenso kann das, was wir tun, auch unser Denken verändern. .
  • Jedes Verhalten ist auch Kommunikation. Selbst wenn wir schweigen, kommunizieren wir. Oft bestimmt unser nonverbales Verhalten die Wirkung einer Botschaft. .
  • Die Bedeutung einer Kommunikation ergibt sich aus der Reaktion, die sie hervorruft - nicht aus der Absicht des Kommunikators. .
  • Menschen orientieren sich in ihren Handlungen an Vorstellungen (ihrer "geistigen Landkarte") und nicht an der Welt selbst. .
  • Eine Landkarte (ein "Modell der Welt") ist nicht das Gebiet, das sie darstellt, sondern hat, wenn sie genau ist, eine dem Gebiet ähnliche Struktur, worin ihre Brauchbarkeit begründet ist. .
  • Wahlmöglichkeiten sind besser als keine Wahlmöglichkeiten. .
  • Menschen sind nicht neurotisch, verrückt oder kaputt. Sie treffen stets die beste Wahl aus dem, was ihnen an Wahlmöglichkeiten zur Verfügung steht. Sie funktionieren in ihrem "Modell der Welt" perfekt. .
  • Jedes menschliche Verhalten ergibt einen Sinn, wenn es im Kontext der "geistigen Landkarte" der betreffenden Person gesehen wird. Die Schwierigkeit besteht in der Regel nicht darin, daß Menschen die falsche Wahl treffen, sondern daß ihnen nicht genügend Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stehen - sie haben kein vielseitig orientiertes Bild der Welt. .
  • Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht. . Rueckspiegel eines Autos
  • Jedes Verhalten ist in irgendeinem Kontext nützlich. .
  • Menschen besitzen bereits alle Ressourcen, die sie für eine Veränderung benötigen. .
  • Es gibt kein Versagen, nur Feedback. .
  • Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, tu' etwas anderes. .
  • Das flexibelste Systemelement kontrolliert das System. (Kybernetisches "Gesetz der erforderlichen Vielfalt"). Flexibilität ist der Schlüssel zum Erfolg. .
  • Alles, was ein Mensch kann, kann gelernt werden. Alles ist erreichbar, wenn die Aufgabe in hinreichend kleine Schritte unterteilt wird. .

Falls Sie sich ausführlicher über die Definiton und Entstehung des NLP informieren möchten, dann besuchen Sie die Webseite des Deutschen NLP Verbandes unter: www.dvnlp.de

nach oben zur Seiten-Übersicht